Seminararbeiten IPBL 2024/25 (26. LG)

IPBL 2024/25 (Level I)

Wir gratulieren den 32 Absolvent*innen des 26. Interprofessionellen Palliativ-Basislehrgangs, der von 8. April 2024 bis 12. März 2025 im Bildungshaus St. Hippolyt sowie online per Zoom und im Selbststudium stattgefunden hat. Die Titel der Seminararbeiten lauten:

Projektarbeit Gruppe 1

Begleitung und Unterstützung in herausfordernden Zeiten 

Verfasserinnen
Ingrid Bieglmayer (DGKP/Koord.)
Regina Ebenberger (DGKP)
Andrea Schlager (DPGKP)
Andrea Schmuckenschlager (Dr.)

Problemstellung:
Menschen in herausfordernden Lebenssituationen, insbesondere am Lebensende bestmöglich zu unterstützen und ganzheitlich zu betreuen, erfordert interprofessionelle Ansätze in der palliativen Betreuung.

Ziel:
Die Seminararbeit beschäftigt sich mit Aspekten der Betreuung von Betroffenen einer lebenslimitierenden Erkrankung, die über das medizinische bzw. pflegerische Spektrum hinausreichen. Es werden insbesondere Aspekten der Vorsorge, Kommunikation, Spiritualität sowie die Rolle ehrenamtlicher Hospizbegleitung eingehend beschrieben. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehört, dass einfühlende Kommunikation, individuell angepasste Begleitung und die Berücksichtigung spiritueller Bedürfnisse das Wohlbefinden und die Selbstbestimmung der Betroffenen stärken. Rituale und eine gute interprofessionelle Zusammenarbeit fördern dabei Würde und Akzeptanz, während ACP rechtliche und emotionale Sicherheit schafft.

Projektarbeit Gruppe 2

Die Triade Patient*innen – Angehörige: Pflegepersonen (Professionelle Begleitung im Hospizsetting)

Verfasser*innen
Doris Detter (DGKP)
Natalie Döttl (DGKP)
Johannes Gartler (DGKP)
Brigitta Kittinger (DGKP)
Eva Sulzer-Fürlinger (DPGKP)

Problemstellung:
Belastungen, wie zum Beispiel Krankheitssymptome, können die Fähigkeiten von pflegenden Angehörigen übersteigen, ein weiteres Wohnen zuhause ist nicht mehr möglich und eine Aufnahme auf Palliativstationen bzw. in stationäre Hospize wird notwendig. Durch die Aufnahme in ein stationäres Setting entsteht eine Beziehungs-Triade von Betroffenem/r, Angehörigen und Pflegepersonen. Hierbei kann es immer wieder zu zwischenmenschlichen Spannungen kommen, die einen professionellen Umgang seitens der Pflege bedürfen.

Ziel:
Durch die Aufnahme in ein stationäres Setting entsteht eine Beziehungs-Triade von Betroffenem/r, Angehörigen und Pflegepersonen. In dieser vulnerablen Situation für Patient*innen und ihren Angehörigen bedarf es ein besonders empathisches und professionelles Vorgehen von Pflegepersonen. Die Verfasser*innen beziehen dabei die Studie von Jakob Müller (2018) zum Bindungsverhalten von Patient*innen auf Palliativ- und Hospizstationen mit ein. Des Weiteren wird aufgezeigt, welche Werkzeuge Pflegepersonen zur Verfügung stehen, um Konflikten und schwierigen zwischenmenschlichen Situationen begegnen zu können.

Projektarbeit Gruppe 3

„36 Stunden Tag“ – muss das sein? Dementia Care = Palliative Care?!

Verfasserinnen
Daniela Kainz (DGKP)
Zuzana Kurucz (DGKP)
Barbara Lechner (Physioth.)

Problemstellung:
Ältere und insbesondere pflegebedürftige Menschen äußern den Wunsch die letzte Lebensphase zu Hause verbringen zu wollen, um dort zu leben und auch zu sterben. Dieser Wunsch motiviert Angehörige die Betreuung und Pflege zuhause zu ermöglichen, und gleichzeitig kann diese Pflegesituation zu starken Belastungen im Familiensystem bis hin zur Entwicklung eines Erschöpfungssyndroms führen.

Ziel:
Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass für eine Reduktion des Erschöpfungssyndroms bei Angehörigen eine Familienzentrierte Versorgung sinnvoll wäre, sowie auch eine frühe Einbindung eines multiprofessionellen Teams. Man könnte damit Entlastung für die pflegende Angehörige erreichen und auch ihre Sorgen und Ängste reduzieren. Sowohl der familienzentrierte Ansatz als auch das multiprofessionelle Team sind Kernelemente der Palliative Care wohingegen Dementia Care eher von einem personenzentrierten Ansatz ausgeht. Aus Sicht der Autorinnen kann eine frühe Integration von Palliative Care mit Fokus auf Familienorientierung und Multiprofessionalität das Erschöpfungssyndrom von pflegenden Angehörigen reduzieren.

Projektarbeit Gruppe 4

Möglichkeiten der Selbstfürsorge zur Burnout Prävention  bei Mitarbeiter*innen in der Palliative Care

Verfasser*innen
Birgit Gratzl (DGKP)
Georg Heine (SozPäd., BSc,MSc)
Daniela Klinger (DGKP)
Anita Püchl (DGKP)

Problemstellung:
Mitarbeiter*innen in der Palliative Care stehen vor besonderen Herausforderungen, die sowohl physisch als auch psychisch belastend sein können. Der tägliche Umgang mit schwerkranken und sterbenden Menschen, hohe emotionale Anforderungen und institutionelle Rahmenbedingungen erhöhen das Risiko für Stress und Burnout.

Ziel:
Die Arbeit zeigt, dass gezielte Selbstfürsorge-Strategien nicht nur das individuelle Wohlbefinden stärken und die Patientenversorgung verbessern, sondern auch helfen, in herausfordernden und stressreichen Zeiten handlungsfähig zu bleiben. Durch bewusste Selbstfürsorge können Überlastung und Erschöpfung abgefedert und langfristig eine gesunde berufliche Praxis aufrechterhalten werden.

Projektarbeit Gruppe 5

Hydrolate als sanfte Begleitung für Menschen im palliativen Setting

Verfasserinnen
Kathrin Eilenberger (DGKP)
Tanja Hahn (DGKP)
Andrea Weigl (DGKP)

Problemstellung:
Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen leiden insbesondere am Lebensende unter starken Symptomen wie Schmerzen, Atemnot, Angst, Übelkeit, diversen Hautproblemen etc. Diese Symptome beeinträchtigen die Lebensqualität der betroffenen Personen selbst und stellen An- und Zugehörige vor große Herausforderungen.

Ziel:
Der professionelle Einsatz von ausgewählten Hydrolaten im Setting der Palliative Care bei den betroffenen Menschen, sowie auch deren Bezugspersonen und Angehörige stellt sichtlich und auch selektiv wahrnehmbar eine Steigerung des Wohlbefindens in der Situation dar. Ziel dieser Arbeit ist es, ausgewählte Hydrolate und deren Pflanzenstammbaum vorzustellen und deren Anwendung und Wirkung für den gezielten Einsatz in der palliativen pflegerischen Betreuung anzuwenden.

Projektarbeit Gruppe 6

Belastungen pflegender Angehöriger durch die  Symptomatik der zu Betreuenden (sowie Handlungsmethoden durch die pflegerische Profession)

Verfasser*innen
Brigitte Haan (DGKP)
Roswitha Pechhacker (DGKP)
Florian Rumpl (DGKP)

Problemstellung:
Die vorliegende Seminararbeit greift die Belastungen pflegender Angehöriger auf, welche durch die Symptomlast lebensbedrohlich erkrankter Menschen insbesondere am Lebensende entstehen. Es wird den Fragestellungen nachgegangen, welche Symptome der erkrankten Personen das Belastungserleben der pflegenden Angehörigen in der finalen Lebensphase beeinflussen und was die Profession der Pflege zu einer Reduktion des Belastungserlebens beitragen kann

Ziel:
Durch Miteinbeziehen in die verschiedensten Pflegetätigkeiten, können Angehörige einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität für die Betroffenen dazu beitragen. Mittels umfangreicher Aufklärung über die verschiedensten Möglichkeiten zur Linderung können Unsicherheiten aus dem Weg geschafft werden. Durch eine gute Anleitung haben Angehörige wesentlich Informationen zur weiteren Entlastung verschiedener Symptomen.

Projektarbeit Gruppe 7

Leid will gewürdigt werden : Assistierter Suizid in Österreich – Information für Pflegekräfte

Verfasserinnen
Katharina Schagerl (DGKP)
Elisabeth Rohrer (DGKP)
Barbara Schneider (DGKP)
Karina Wieseneder (DGKP)

Problemstellung:
Pflegekräfte in Österreich befinden sich beim Thema assistierter Suizid in einer rechtlich, ethisch und emotional anspruchsvollen Situation. Im Rahmen ihrer Tätigkeiten stehen sie vor unterschiedlichen Problemen und Herausforderungen.

Ziel:
Für Pflegepersonen ist es entscheidend, sowohl die rechtlichen Vorgaben zu verstehen als auch ihre eigenen ethischen Haltungen zu reflektieren und respektvoll auf die Wünsche der Patient*innen einzugehen. In diesem Zusammenhang werden sie häufig mit emotionalen Belastungen und moralischen Dilemmata konfrontiert. Auch die Auswirkungen auf die Angehörigen und die Integration dieser Perspektiven in die Pflegepraxis werden in der Arbeit berücksichtigt.

Projektarbeit Gruppe 8

Ich bin auch noch da! Sensibilisierung der Pflegepersonen im häuslichen  und stationären Setting im Umgang mit dem Erleben  der Trauer von Kindern.

Verfasserinnen
Carina Perianu (DGKP, BSc)
Katja Wawrzyniak (DGKP)

Problemstellung:
Der Verlust eines nahestehenden Angehörigen stellt für jeden Menschen eine tiefgreifende und oft traumatische Erfahrung dar. Besonders Kinder stehen in solchen Situationen vor einer Herausforderung, die ihre emotionale, kognitive und soziale Entwicklung nachhaltig beeinflussen kann.

Ziel:
Die Verfasserinnen ziehen zur theoretischen Beantwortung der Fragestellung einen Bogen ausgehend von einer Beschreibung des Trauererlebens von Kindern im Kindergarten- und Volksschulalter über die Bedeutung der familienzentrierten Pflege hin zu Unterstützungsmöglichkeiten, die von Pflegepersonen angewandt werden können. Hierbei werden Bücher vorgestellt sowie hilfreiche Einrichtungen anhand des Beispiels Rainbows beschrieben. Im Weiteren wird die Bedeutung der Bindung sowie der Kommunikation als Fundament einer ganzheitlichen palliativen Versorgung beschrieben.

Projektarbeit Gruppe 9

Trauer

Verfasser*innen
Baumgartner Karin (DGKP)
Berthold Margit (DGKP)
Hauer Birgit (DGKP)
Hraby Stefan (Dr.)

Problemstellung:
Trauer zählt zu den Fundamenten der Menschheitskultur und ist eine der intensivsten Emotionen, zu deren Empfindung wir Menschen fähig sind. Trauer begleitet den Menschen in vielfältiger Form und tritt immer dann auf wenn wir einen unwiderruflichen Verlust oder auch Veränderung erfahren, besonders tief kann Trauer beim Verlust eines nahen und geliebten Menschen ausgeprägt sein und ist eine Erfahrung, die in allen Kulturen und Zeitaltern eine Rolle spielt und ist von gesellschaftlichen und kulturellen Einflüssen geprägt.

Ziel:
In dieser Arbeit werden verschiedene Versuche zur Definition, beeinflussende Faktoren, die einzelnen möglichen Phasen bzw. deren Modelle dazu, Möglichkeiten zur Bewältigung und schlussendlich auch psychopathologische Entwicklungen im Rahmen der Trauer beleuchtet. Zusammengefasst kommen die Verfasser*innen zu dem Schluss, dass Trauer ein individueller, dynamischer Prozess ist und betonen die Bedeutung von sozialer Unterstützung, therapeutischer Begleitung und gesellschaftlicher Akzeptanz, um Trauernde auf ihrem Weg zu begleiten.